Wer seinem Leder etwas gutes tun will, lässt die Finger von Mitteln, die gleichzeitig reinigen und nachfetten sollen. Meistens sind hier Lösungsmittel enthalten, welche die Lederstruktur angreifen und zerstören. Auch Wasser ist tabu. Bei allen Methoden ist darauf zu achten, dass das Leder nicht durchtränkt wird. Also im Zweifelsfalle lieber die Reinigungsprozedur unterbrechen und das Leder trocknen lassen um dann später weiter zu machen.
Zum Reinigen verwendet man bei glattem Leder entweder spezielle Lederseife mit Glycerin oder einfache Kernseife. Man schäumt die Seife auf, behandelt eine kleine Stelle und wischt den gelösten Schmutz sofort weg um zu verhindern, dass er einzieht. Beim Entfetten benutzt man entweder Reinigungsbenzin für Leder oder man nimmt Essigessenz (25%).
Das Pflegeprodukt sollte genau auf die Lederart abgestimmt sein. Bei gewissen Lederarten kann Bienenwachs beispielsweise die Poren verstopfen und irgendwann ranzig werden. Für glattes Leder empfiehlt sich ein Lederfett oder eine Pflegemilch (die sich übrigens bei glänzenden Lederarten besonders empfiehlt). Nubuk oder andere raue Ledersorten benötigen neben einem Fettanteil auch einen UV-Filter. Apropos UV: Sonne und Wärme setzen dem Leder ziemlich zu. Deswegen sollte es vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und nur am Abend gepflegt werden. Dadurch verhindert man ein frühzeitiges Ausbleichen.
Lederschuhe befreit man zuerst vom groben Dreck und putzt sie dann mit einer für die Farbe passenden Schuhcreme. Kurz einwirken lassen und anschließend mit einer weichen Bürste oder einem weichen Tuch polieren. Anschließend mit Imprägnierspray behandeln und auslüften lassen.
Wasserflecken auf Leder verschwinden, wenn man das Leder mit einer halben Zitrone abreibt und dann mit der normalen Lederpflege fortfährt.
Veloursleder reinigt man, indem man es mit einem Tuch aus Gummikrepp abreibt. Fettflecken bestreut man möglichst sofort mit Kreide und lässt es über Nacht wirken. Am nächsten Tag ausbürsten.
Da Leder ein Naturprodukt ist, wird seine Struktur nie ganz gleichmäßig sein. Minderwertiges, nachträglich geprägtes Leder hat eine gleichmäßige Struktur. Gut verarbeitetes Leder darf nicht abfärben wenn man ca. eine Minute lang ein angefeuchtetes Papiertaschentuch aufdrückt (bitte nicht reiben). Außerdem ist hochwertiges Leder weich, geschmeidig und annähernd gleich dick.
Lederhandschuhe werden in einer lauwarmen Seifenlauge gereinigt, der man ein paar Tropfen Salmiakgeist zufügt. Anschließend gut ausspülen und an der Luft trocknen lassen. Direkte Sonneneinstrahlung, Heizungswärme und Fönluft trocknen das Leder aus.
Kunstleder kann man in der Regel einfach abwaschen. Bei Verschmutzungen nimmt man Feinwaschmittel, aus dem man einen feinen Schaum herstellt.