Wenn ich hustend zu Oma kam, bereitete sie mir immer einen Hustensirup zu: Hierzu löst man Kandis in etwas Wasser auf dem Herd auf. Nicht zu heiß, der Sirup brennt leicht an. In den entstehenden Sirup kommen Zwiebelscheiben, die mitgekocht werden, bis sie schlaff und dünn geworden sind. Der Sirup wird dann durch ein Sieb abgegossen, die Zwiebeln dabei noch möglichst fest auspressen. Heraus kommt eine dicke Flüssigkeit, die erstaunlich gut schmeckt. Meine Oma nahm immer braunen Kandis und bekam schwarzbraunen Sirup, meine Mutter nahm weißen und erhielt einen gelblichen Sirup. Auf Wirkung und Geschmack hat das aber keinen Einfluß.

Der Sirup kann dann warm und kalt getrunken werden, hilft aber am besten, wenn er noch möglichst heiß ist. Einige Schlucke des Sirups beruhigen den wunden Hals und lindern Reizhusten.

Meine Schwester und ich haben den Sirup als Kinder lieber getrunken als jede andere Medizin und meinen Kindern geht es inzwischen nicht anders.

Mein Schwiegervater macht es übrigens ähnlich: Er höhlt eine Zwiebel aus und füllt die Höhlung mit Kandis. Im Laufe des Tages läuft dann dicker Saft aus der Zwiebel, der ebenfallls gut den Hustenreiz lindert.